Yoga im Baumhaushotel

Zwei Nächte im Baumhaushotel, das immer, wenn sich jemand im Schlaf auf die andere Seite drehte, etwas schwankte. Egal, wer es war, ob der kleine Kleine oder das Familienmitglied mit der höchsten Ruhemasse.
Die Hitze lag wie eine schwere Bettdecke auf uns, die wir die richtigen Decken weggestrampelt hatten. Dennoch waren die Nächte erholsam, das Aufwachen in den Baumwipfeln sanft wie ein Grateful-Dead-Song: Walk me out in the Morning Dew today.

Der große Kleine und ich waren die ersten, die wach waren. Wir genossen den stillen Freizeitpark der Kulturinsel Einsiedel, wo alles aus Holz besteht, sogar die Aschenbecher. Gut, das Trampolin nicht. Ich praktizierte meine morgendliche Kriya, während der große Kleine das Trampolin für sich allein hatte. Später waren wir die Ersten beim Frühstück unter der riesigen Murmelbahn. Im Gegensatz zum Vorjahr halfen sich die Kinder nun selbst, wenn eine der Holzmurmeln steckenblieb.

Am Morgen des zweiten Tages war ich etwas eher wach als der große Kleine und yogierte im Flur des Baumhauses, dessen Dach die Blätter der Bäume bildeten. Ein Vogel ließ einen weißen Fleck auf meine Yogamatte plumpsen, auf eine Stelle, wo vor einigen Sekunden noch mein Kopf gelegen hatte. Glück gehabt.

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