…während meiner Meditation heute Morgen.
Ich haftete diesen Gedanken an, während ich meditierte. Tatsächlich ist das Nichtanhaften an meinen Gedanken, sondern sie vorbeiziehen zu lassen, der Teil, der mir am schwersten fällt, wenn ich meditiere.
Was mir am zweitschwersten fällt, ist das Durchhalten, obwohl der letzte Part der Surya Kriya, die ich seit knapp vier Wochen praktiziere, nur eine kurze Meditation darstellt. Kurz ist in diesem Falle definiert als mindestens sechs Minuten. Die mir, gelinde gesagt, ziemlich lang vorkommen. Wieder die Relativität der Zeit. Oftmals halte ich keine sechs Minuten durch.
Warum fällt es so schwer zu meditieren und nichts zu denken?
Wobei nichts denken falsch ist, vielmehr ist es, die Gedanken laufen zu lassen und nicht festzuhalten. Eben nicht anzuhaften.
Ich denke, es liegt an meinem sonstigen Lebensstil, der sich dadurch auszeichnet, immer irgendwas zu tun. Etwas zu schreiben, etwas zu lesen, etwas der Entropie der Wohnung Entgegenwirkendes zu tun wie Geschirrspüler ausräumen, Wäsche sortieren, Waschbecken putzen. Oder auch den nächsten Kindergeburtstag zu planen. (Manchmal kommt es mir vor, die Jungs seien wie Findus, der Kater, der mit Petterson unter einem Dach lebt und dreimal im Jahr Geburtstag hat.)
Mein Gehirn ist es einfach nicht gewöhnt, nichts zu denken oder zu planen. Und, zugegeben, wenn ich eine Sache tue, durchdenke ich schon die nächste. So geht es mir leider auch beim Meditieren. Andererseits lasse ich meine Gedanken dabei zunächst durchaus ein Stück rennen, aber irgendwann prallen wir zusammen und dann halte ich sie wieder fest.
Auf diese Weise kommen aber auch manchmal gute Ideen zustande, wie zum Beispiel die Gedanken über Meditation, die in die Idee für diesen Blogbeitrag mündeten. Und einmal habe ich es geschafft, die Meditation durchzuhalten, meine Konzentration immer wieder auf mein drittes Auge zurückzuschieben und die Gedanken ziehen zu lassen.

Langeweile lernen
Die Quelle für diese Gedanken bildete ein Gespräch mit den Jungs am Abend zuvor. Der große Kleine äußerte den Wunsch, einen Computer geschenkt zu bekommen. Für seine Verhältnisse war er bescheiden und knüpfte den Wunsch an nächstes Weihnachten. Aber selbst das ist mir zu früh und es werden wohl noch einige Weihnachtsfeste ins Land gehen, bevor er einen Computer sein Eigen nennen kann.
“Dann ist mir nie mehr langweilig”, meinte er. Ich sagte zu den Jungs: “Leute, Langeweile ist was Gutes. Erstickt sie nicht immer. Wenn ihr euch langweilt, kommt ihr auf Ideen, auf die ihr sonst nicht kommen würdet. Die Gedanken mögen es, frei rumzurennen, genau wie ihr. Ihr wollt auch nicht immer an die Hand genommen werden. Und so geht’s euren Gedanken.”
Langeweile mündet natürlich auch in Ideen für Streiche. Letztens hat mir einer der Schlingel Kinderzahnpasta auf die Bürste geschmiert. Aber das nehme ich gern in Kauf. Ich hoffe, sie verlernen die Langeweile nicht.
Und für uns Erwachsene ist Meditation vielleicht ein hilfreiches Mittel, um Langeweile wieder zu erlernen.
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