Diese kurze Weihnachtsmeditation lässt sich wunderbar einschieben, während das letzte Blech Plätzchen im Ofen vor sich hin bäckt.
Mach’s dir auf einer Yogamatte oder Decke gemütlich im Lichte des Weihnachtsbaums, finde einen bequemen Sitz, zum Beispiel den Schneidersitz oder Fersensitz. Dann blende das Licht aus, indem du die Augen schließt. Leg die Hände zunächst locker auf den Knien ab und nimm ein paar tiefe Atemzüge.

Atemübung
Zur Einstimmung empfehle ich eine Atemübung: Anuloma Viloma, die Wechselatmung, mit geschlossenen Augen ausgeführt. Und, klingt zwar komisch, aber einseitig und nicht im Wechsel angewandt.
Wechselatmung rechts – zur Aktivierung
Wenn, falls Weihnachten für deinen Geschmack bisher zu besinnlich verlaufen sein sollte, dann leg die rechte Hand mit dem Handrücken nach unten auf dein rechtes Knie, bring die Kuppen des Daumens und Zeigefingers zusammen und lass die drei anderen Finger ausgestreckt. Diese Handgeste nennt man Gyan Mudra, Siegel des Wissens. Die linke Hand führst du zur Nase, um mit dem Daumen das linke Nasenloch zu verschließen, die restlichen vier Finger zeigen nach oben. Nimm nun einige tiefe Atemzüge durchs rechte Nasenloch. Das wirkt belebend.
Wechselatmung links – zur Entspannung
Wenn aber einige Stunden zuvor der Weihnachtsbaum ungewollt eine Parallele zum Fußboden bildete oder die Pyramidenflügel angesengt wurden, weil kleine Finger die Drehung stoppten, um herauszufinden, was passiert, ist die Atmung durchs linke Nasenloch angesagt. Denn das wirkt beruhigend. Nun (fast) alles bitte einmal spiegelverkehrt: Leg die linke Hand mit dem Handrücken nach unten auf dein linkes Knie, bring nun aber die Spitzen des Daumens und Mittelfingers zusammen und lass die drei anderen Finger ausgestreckt. Dies ist das Shuni Mudra, Siegel der Geduld. Die rechte Hand führst du zur Nase, um mit dem Daumen das rechte Nasenloch zu verschließen, die restlichen vier Finger zeigen nach oben. Nimm nun einige tiefe Atemzüge durch die linke Seite deiner Nase und denk nicht an die Pyramidenflügel.
Wenn du die Atemübung beendet hast, löse die Hand von der Nase, um das verschlossene Nasenloch freizugeben. Nimm einen tiefen Atemzug durch beide Nasenlöcher, halte die Luft an, senke das Kinn zur Brust, zieh den Bauchnabel nach innen und spanne den Beckenboden an. Dies nennt man Maha Bandha, den großen Verschluss. Er dient dazu, die Energie gleichmäßig im Körper zu verteilen.
Halten, halten, halten… und schließlich entspannen, während du ausatmest.
Die Weihnachtsmeditation

Wenn du im Schneidersitz bist, wechsle einmal die Verschränkung der Beine, so dass nun das andere Bein dran ist mit Vorneliegen. Lege anschließend die Hände locker auf den Knien ab, gern nun mit den Handflächen nach unten.
Wenn du aber noch eine Prise Geduld benötigst, kannst du auch wieder das Siegel der Geduld, Shuni Mudra, anwenden, indem du beide Hände mit den Handflächen nach oben auf den Knien ablegst und die Kuppen der Daumen und Mittelfinger jeweils sanft aneinander drückst. Achte darauf, den Rücken geradezuhalten und den Bauch leicht anzuspannen, Sitzbeinhöcker schieben in den Boden. Schließ die Augen, lass den Atem frei fließen und konzentriere dich auf deinen Atem. Lass die Gedanken wie deinen Atem vorbeiziehen und bewerte sie nicht. Wenn es dir schwerfällt, deine Gedanken ziehen zu lassen, kannst du im Geiste für dich ein Kundalini-Mantra chanten:
Sat – (Wahrheit)
Nam – (Name)
Beim Einatmen chantest du im Geiste Sat, beim Ausatmen Nam. Die Wahrheit ist mein Name.
Du kannst die Meditation beenden, wenn dir der Geruch verbrannter Plätzchen in die Nase steigt.
Es ist gut, wie bei der Atemübung, mit einem tiefen Atemzug, anschließender Atempause und Maha Bandha, dem großen Verschluss, zu enden. Wo bist du denn? Ach, in der Küche.
Frohe Weihnachten!
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