Meine Yogaroutine im Januar 2026

Jedes Jahr aufs Neue ist im Januar das Yogabasics-Studio zum Platzen gefüllt, nur eine kleine Ritze zwischen Yogamatte und Yogamatte. Wenn wir uns nicht versetzt platzieren, kann es vorkommen, dass man den Fuß des Nachbarn bei der gegrätschten Vorbeuge berührt. Januar, der Monat der guten Vorsätze und der Motivation. Sein Schwung hält meist bis in den Februar hinein an.

Ungleich dazu hielt ich diesen Monat meine Yogapraxis auf kleiner Flamme. Ich schrieb mehr über Yoga, als Yoga zu üben, für den Bericht meines zweiten Seminars zur Yogalehrausbildung. Das Thema: Die Wirbelsäule, Meru Danda.
Meru (Berg; nach oben strebend)
Danda (Stock, Stab, Grat)
Meine Wirbelsäule beim Hocken vorm PC quälend, schrieb ich über Asanas, die gut für sie sind. Was soll’s. Ich sitze eh oft am Schreibtisch, nun auch wieder öfter, denn glücklicherweise ist mein Auftragsbuch derzeit ähnlich gut gefüllt wie das Yogabasics-Studio. Und ich opfere dieser Tage einen Teil meiner Freizeit der Arbeit. Ich hoffe, der Schwung der Aufträge hält länger an als die Motivation einiger meiner Mityogis, während ich gleichzeitig meine Work-Life-Yoga-Balance wieder in Waage bringen kann.

Nichtsdestotrotz gönnte ich mir an manchen Abenden eine halbe Stunde Yin Yoga. Meine 40 Tage Surya Kriya machte ich voll. Obgleich ich manchmal, wenn ich spät dran war, die Meditation am Ende etwas abkürzte. Kundalini-Yoga gilt als familienfreundlich. Das stimmt. Und ich setze noch einen drauf: Berufsfreundlich. Oder überhaupt lebensfreundlich. Nach einer knappen Woche kannte ich die Surya Kriya, die eine feste Übungsabfolge beinhaltet, auswendig. 40 Tage am Stück ausgeführt, lässt sie eine Routine entstehen, die von Tag zu Tag mehr zur Selbstverständlichkeit und Gewohnheit wird. Diese Gewohnheit opfert man dann nicht mehr so leichtfertig einer halben Stunde Arbeit vor dem Frühstück.
Dieser Sonnenaufgang bot sich mir Mitte Januar nach einer Surya Kriya:

Nach 40 Tagen löste ich die Surya Kriya durch A short and sweet Kriya to get the Energy moving ab. Die Kriya-Parts kenne ich inzwischen gut, während ich mir den Namen einfach nicht merken kann 😉 Immer verwechsle ich die Reihenfolge der Adjektive. Ich mag diese Kriya, weil sie mit relativ lang gehaltenen Vorbeugen beginnt, um zum Ende hin dynamischer zu werden. Egal, wie verschlafen ich beginne, danach bin ich wach.

Heute verbrachten wir einen Faultiertag mit essen, puzzeln, Essen kochen, essen, lesen, Bastelbogen kleben und essen. Um einen Kontrapunkt zu setzen, wagte ich das Experiment, Ashtanga im Wohnzimmer zu üben, unter Anwesenheit der anderen drei. Ich kam ins Schwitzen. Aber entspannend war es nicht. Ausgerechnet bei den Balanceübungen rannten die Jungs um mich herum und brachten mich, wahrscheinlich durch die bloße Bewegung der Luft, zum Wackeln. Als ich den herabschauenden Hund fünf Atemzüge lang hielt, kroch der kleine Kleine durch meine schulterbreit geöffneten Arme auf meine Yogamatte und mimte den nach unten schauenden Welpen.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert